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Anforderungen an die Yuseido – Techniken:
Es gibt keine festen Techniken im Yuseido: Yuseido basiert auf Prinzipien, nicht auf bestimmte Techniken oder vorher bestimmten Kombinationen. Tatsächlich hat Yuseido keine „festen“ Techniken denn Yuseido ist ständige Bewegung, nicht Position. Es gibt nur zwei Arme, den vorderen (Man-Sao) und den hinteren (Wu-Sao). Diese Arme haben die Eigenschaften federnder, elastischer Rattan-Stöcke und unser ganzer Körper hat einen konstanten Energiefluss nach vorn. Das bedeutet, dass wir den Gegner angreifen. Die Abwehrtechniken werden direkt durch die Handlungen des Gegners bestimmt und angepasst. Hier wird das taoistische Prinzip des Wu-Wei (handeln, ohne vorher zu planen) verwirklicht. Yuseido Bewegungen werden ohne Zwischenpause oder Arretierung (Kime) flüssig hintereinander ausgeführt. Wenn man das Foto eines Kampfkünstlers sieht, kann man daran nicht beurteilen, ob es Yuseido ist, was er dort demonstriert. Alles was man sieht, ist ein Ausschnitt einer Bewegung, eine Position. In einem Kampf durchläuft man diese Position nur kurz, kaum sichtbar. Ebenso kann man nicht beurteilen, ob jemand Yuseido beherrscht, wenn dieser die Formen fortführt. Es fehlt das Element des Gegners. Formen und Chi-Sao sind nur Mittel zum Zweck. Man lernt, auf einen Angriff mit der bestangepassten Verformung zu reagieren bzw. auf dem idealen Weg anzugreifen. Unterscheidung der Techniken Im Yuseido unterscheiden wir immer streng, wer agiert und wer reagiert. Im realen Kampf wechseln diese Verhältnisse ständig und durchdringen einander, wenn z.B. zwei Angriffe aufeinandertreffen. Man kann jedoch jede Kampfbewegung in eine der folgenden zwei Kategorien einteilen:
Angriffstechniken Je besser man wird, umso mehr Situationen kann man mit weniger Techniken lösen, da man bereits im Ansatz die richtige Reaktion macht. „Weniger ist mehr“ ist das Grundmotto im Yuseido. Abwehrtechniken Da Yuseido immer angreift und keine aktiven Blocks ausführt, sondern die Abwehr aus dem Angriff heraus entsteht, ist das System theoretisch nicht fintenfähig. Wie kann dabei die Abwehr funktionieren, wird hier an einem Beispiel beschrieben:
„Isometrisch“ bedeutet eine
Anspannung des Muskels ohne daraus resultierende Bewegung, das bedeutet ohne
Verkürzung des Muskels.
Das klingt noch alles theoretisch, aber stell dir zum Vergleich vor, du möchtest mit aller Kraft eine Schraube noch ein kleines bisschen weiter in die Wand drehen, aber der Schraubenzieher dreht sich nicht mehr. Plötzlich rutscht er ab… den Rest kannst du dir denken. So ähnlich wirkt die Yuseido – Abwehr. Jede noch so kleine Lücke wird dadurch erbarmungslos sofort ausgenutzt. Du erkennst jetzt vielleicht: Yuseido ist ein sehr aggressiver Stil. Er basiert auf dem Angriff des Gegners, die Verteidigung ist dabei integriert bzw. entsteht aus dem Angriff heraus. Das gleiche Konzept wird auch bei der Beinarbeit angewendet. Ist man stärker oder hat seine Gliedmaßen besser positioniert als der Gegner, dann schafft dieser es nicht eine Verformung hervorzurufen („Schwache Angriffe können keine starken Federn spannen“). Der Yuseido – Kämpfer zieht seinen Angriff (Fauststoß, Tritt…) durch, dabei werden durch die Ellbogen- oder Knieposition die Arme oder Beine des Gegners am Körper vorbei nach innen oder außen gedrängt (Keilprinzip). |
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